Cape Town-Südafrika

Zwölftausend Kilometer liegen zwischen dem Ort an dem ich jede Straßenecke kenne und dem Ort wo ich jetzt auf der Terrasse sitze, alleine. Also nicht ganz, ich bin in einem Hostel und hier leben viele Menschen und außerhalb meines Bettes ist immer jemand in der Nähe. Ja leben, der Wohnungsmarkt ist so teuer, dass sie teilweise in Hostels wohnen. Alle hier sind freundlich und offen und doch fühle ich mich ein bisschen alleine. Hier ist alles anders und das ist genau das was ich wollte, eine neue Welt entdecken, aber irgendwie ist das komplizierter als das bei Kolumbus immer klang. Die Straße in der dieses Hostel ist, ist voller Bars und Pubs. Überall leuchten Reklamen und es dröhnt die Musik, ich werde geblendet und die Töne vermischen sich zu einem Rauschen, was man nicht hört aber doch tief in sich wahrnimmt und was wie eine Last abfällt wenn man es nicht mehr da ist. Ein bisschen so ist alles hier, viele verschiedene Erfahrungen und Eindrücke, die mich faszinieren und prägen, aber ich habe gar nicht genügend Zeit um all das zu verarbeiten. Bald bin ich in einer WG und habe endlich auch Zeit für mich, dann werde ich den Kopf dafür haben all die Momente zu verstehen und zu sortieren in ein Regal. Denn hier lebe ich aus einem Spind aus gepackten Koffern, sieht aus als wäre ich auf dem Sprung und so fühlt es sich auch an.