
Ich komme am Flughafen an, er sieht aus wie ein riesiges metallenes Monster, welches im Sekundentakt Menschen ausspuckt und einsaugt. Von innen erinnert mich ein Flughafen immer an eine Arztpraxis. Steril, leblos und doch gibt es kaum ein Ort an dem man so lebendig ist. Alles reißt und zerrt an einem, selbst kleine Freundschaften werden zu großen Tränen. Ciao Martin. Ciao Berna. Ciao Uganda. Es ist nicht nur die klinische Leblosigkeit die an eine Arztpraxis erinnert, sondern auch das Loch in meiner unteren rechten Bauchgegend, als hätte mir grade jemand eine Niere entnommen. Mein Gepäck ist schwer, es fühlt sich nach Reisen an, auch wenn sich die letzten 6 Monate eher wie wohnen angefühlt haben. Ich bin angekommen bei Menschen, an Orten und in Zeiten, die ich nie wieder vergesse. Die mit viel bedeuten, vielleicht alles, zumindest denken das meine Tränendrüsen. Schwerfällig hieve ich das Gepäck auf das Förderband, 14.5 kg die mich in Südafrika begleitet haben genauso wie sie es in Uganda taten und in Italien ganz sicher tun werden. Die meisten der Klamotten habe ich über die Jahre in Deutschland angesammelt, andere sind neuer, ein paar sind aus Südafrika und Uganda. Wahrscheinlich ist es das was ich am meisten gelernt hab, mit mir ist es wie mit den Klamotten, egal wohin ich gehe, ich nehme mich selbst mit. Ich kann mir nicht entfliehen und muss es auch nicht. An manchen Orten werden gewisse Teile von mir öfter getragen und wo anders andere. Je nachdem welche Freunde mein Sonnenschein und welche Probleme meine Wolken sind. Einige Erinnerungen und Erfahrungen kommen dazu andere verliert man oder lässt sie bei jemandem der sie dann für ein paar Jahre behält bis auch er sie verliert oder sie kaputt gehen. Ich hoffe ich werde für immer etwas haben was mich an diese Zeit erinnert. Erschreckend viel ist heute noch so wie es war als ich vor 6 Monaten losgefahren bin, wie schön. Jetzt komm ich zurück zu den Menschen die mich kennen seit meinen ersten klugen Sätzen und auch schon früher. Jetzt komme ich zurück zu meiner Familie, meinen Freunden, meinem Zuhause. Hallo Hometown. Aber ein paar Dinge habe ich mitgebracht, Klamotten, Erinnerungen, Freundschaften und zwei wundervolle Heimaten, irgendwo wo ich vor sechs Monaten nicht mal wusste, dass es Millionenstädte sind. Boarding. Das Loch in meinem Bauch wird größer, bestimmt werde ich später versuchen es mit Flugzeugessen zu füllen. Das wird nicht funktionieren das weiß ich. Das was sich wie ein Loch anfühlt ist auch keins, dort fehlt zwar ein Stück Jacob, aber ein Stück Afrika ist an dessen Stelle gerückt, mein Körper muss sich nur noch an das neue Gewebe gewöhnen.









