
Ein weiterer Abschnitt von „Born a Crime“ ist mir gestern begegnet:
Menschen sagen gerne: „Gib einem Mensch einen Fisch und er wird einen Tag zu Essen haben. Zeig einem Menschen wie man angelt und er wird sein Leben lang zu Essen haben.“ Was sie aber nicht sagen: „Ah und es wĂ€re gut wenn du ihm eine Angelschnur gibst.“ Das ist der Teil der immer vergessen wird.
Warum ich das so interessant finde ist, weil es das GrundverstĂ€ndnis von Entwicklungszusammenarbeit vieler Menschen treffend beschreibt. Die Idee des Brunnen, der dann durch seine pure Existenz alles verĂ€ndert, des Wissens, was jetzt wo es einmal da ist jeden infiziert. Das ist schlicht und einfach nicht wahr, auch wenn es viel so kommuniziert wird, weil ein Brunnen finanziell und in seiner Funktionsweise relativ klar und einfach definiert werden kann. Viertausend bis fĂŒnfzehntausend Euro und dann kommt Wasser. Einfach. Aber wie wird das Wasser genutzt und wie wird mit dem Brunnen umgegangen, damit er noch Jahre spĂ€ter funktioniert? Was passiert wenn der Lehrer, der die Menstrohygiene-Trainings gemacht hat von der Schule geht? Das gröĂte Problem ist weder das Wissen, noch die Angelschnur, beides kann von auĂen direkt bereitgestellt werden. Das Problem ist die Instandhaltung und Nachhaltigkeit von alledem. Wie repariere ich die Angelschnur und wenn ic immer die beiden abgerissenen Enden zusammenknote wie oft kann ich das machen bis die Schnur zu kurz ist? Wie bringe ich meinem Kind das Angeln bei und was passiert wenn sich durch klimatische VerĂ€nderungen meine Fischart weiter auf den See zurĂŒck zieht? Kurz gesagt:
Was bleibt wenn sich Dinge verÀndern?