Blutrote Blumen

Ugandas Pflanzenvielfalt ist immens und doch kriegt man es in der Großstadt Kampala kaum mit. Hier hinter den Mauern wachsen riesige Bäume und wilde Blumen überall. Tausende blutrote Blumen, eine Blume für jedes Blut was hier in der Erde versickerte, denke ich.

Früher war das hier der Sitz des Königs, bzw. später des Präsidenten. Doch der aktuelle Präsident weigert sich hier zu leben, denn dies ist nicht nur der Ort an dem Idi Amin seine Macht erlangte, wenn man durch den Garten und an der Community von Sicherheitskräften, die hier wohnen vorbeigeht, dann taucht aus dem Boden ein riesiger Tunnel aus, der wie der Vorhof zur Hölle aussieht. Er sieht nicht nur so aus. Hier wurden politische Gegner und Gelehrte unter Idi Amins Herrschaft hin verschleppt. Hinter einer, mittlerweile fehlenden, Metalltür wartete knietiefes Wasser auf die Gefangenen, an den Wänden sieht man noch Kugeleinschläge, blutige Handabdrücke und vor allem eins: Stromkabel, die direkt in das Wasser führen. Wenn man stark genug war um diesen Schock zu überleben, dann kam man in eine der Zellen und verhungerte dort wie die meisten. Tausende Menschen starben hier und insgesamt ca. 300.000 im ganzen Land. Im fünfjährigen Bürgerkrieg um die Macht nach dem Sturz des Idi Amin wurden verschiedene stigmatisierte Gruppen auch zeitweise in diesen Untergrund-Gefängnissen festgehalten. Viele weitere Blumen blühten auf. Jetzt ist dieser Ort ein Gedächtnisort der einen erinnern soll an die blutige Vergangenheit dieses Landes. Nie wieder.