Tag 13

Brixen•Kiens•Bruneck•Toblach

108km / 1050hm / 5797€

Einmal die Alpen hinaufzufahren ist anstrengend, in ihnen weiterzukommen aber beinahe genauso hart. Aufgewacht nach diesem wilden letzten Tag waren wir etwas träge und schwer zu begeistern für den ewigen Asphalt. Wir mussten uns die ersten Kilometer ganz schön quälen doch vielleicht ist das auch mal gut so, wir sind ja hier nicht nur zum Sonntagsausfahren. Doch trotzdem kam den immer wieder die Frage auf wozu wir das ganze tun. Doch ich will es mit den Worten von Coelho probieren, dessen Buch ich in Innsbruck gekauft habe:

„Manchmal können wir mit etwas, das wir tun und das unbedeutend erscheint, vieles retten oder alles zerstören. Womöglich ist das alles nur Unsinn, dennoch sind mir meine Träume wichtig, und ich möchte ihnen folgen: Ich glaube, alle Menschen sind miteinander verbunden, zwischen ihnen besteht eine Beziehung, die einem riesigen unsichtbaren Spinnennetz gleicht. So verrückt es erscheinen mag, aber mit meiner Arbeit versuche ich, dieses Netz hier und dort zu flicken.“

Was ich damit sagen will: Wir sind weitergefahren, immer bergauf. Die über tausend Höhenmeter galt es Meter für Meter zu erklimmen, je länger wir unterwegs waren umso steiler wurden die Auf- und Abfahrten.Trotz totaler Erschöpfung haben wir es am Ende nicht bereut, denn der Ort an dem wir ankamen ist trotz aller Anstregung perfekt, womöglich auch wegen all dieser Mühen. Der Zeltplatz war umhüllt von Berggipfeln und lag direkt an einem See, der Zugang war einzig und allein über eine ganz flache Brücke quer über den See möglich. Alles hier war schön, selbst die Menschen waren leicht und freundlich, es wirkte als wäre hier vor uns schon jemand gewesen und hätte das Netz geflickt.